J’ai tué ma mère (I Killed My Mother)

FILMWOCHE-HIGHLIGHT | CA 2009 | Xavier Dolan | 35mm | 96min | OmU
Mittwoch, 05.Mai 21:15

Der rebellische Hubert Minel ist gerade 17 geworden. Eigentlich geht es ihm total super: er hat einen süßen Freund, seine Lehrerin ist irgendwie in ihn verliebt (oder lesbisch), und eine eigene Wohnung kriegt er bestimmt auch bald. Wenn da nur nicht seine Mutter mit ihrem schlimmen Geschmack wäre. Da behauptet man besser der Lehrerin gegenüber, die Mutter sei tot. Als alle Versuche, wieder zueinander finden, schief laufen, beschließt die Mutter, ihren Sohn auf ein Internat zu schicken. Dies bleibt für beide nicht ohne Folgen...

Es macht Spaß, Hubert und seiner Mutter beim Streiten zuzusehen, denn beide sind weder auf den Mund noch auf den Kopf gefallen. Die Frage, die Hubert dabei umtreibt, ist, warum er für seine Mutter Zorn empfindet - wo es doch die ganze Kindheit über grenzenlose Zärtlichkeit war. Erinnert an den Fänger im Roggen – nur eben auf schwul und weniger neurotisch.

Dem 21-jährigen Hauptdarsteller, Regisseur und Drehbuchautor Xavier Dolan ist mit «J’ai tué ma mère» ein sensationelles Debüt gelungen. Anne Dorval spielt die Rolle der Fremdschäm-Mutter mit einer liebenswürdigen Biestigkeit, wie sie sonst nur bei den Frauenfiguren Pedro Almodóvars zu finden ist. Unter anderem in Cannes mehrfach prämiert, überzeugt der Film mit scharfzüngigen Dialogen, viel Humor und einer genialen Bildsprache. «Ein Publikumsliebling» (Variety), «Verblüffend unverschämt, provozierend wild» (Libération)!

Keine Sorge: bei den Dreharbeiten wurden keine Mütter getötet. Im Film auch nicht.

 

 

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