Retablo

Drama
PE/DE/NO 2017, Álvaro Delgado Aparicio
101 min, OmU

Donnerstag, 02. Mai – 18:30 Uhr

RETABLO ist die Coming-of-Age-Geschichte des 14jährigen Segundo, der mit seinen Eltern auf einem abgelegenen Gehöft in den peruanischen Anden lebt. Sein Vater Noé wird in weitem Umkreis sehr für seine handwerklichen Fähigkeiten geschätzt. Er unterrichtet Segundo in der Kunst, Holzaltäre, sogenannte Retablos, mit lebensechten Figuren herzustellen.

Während einer gemeinsamen Fahrt in die Stadt beobachtet Segundo zufällig, wie sich sein Vater anderen Männern nähert. Verstört zieht er sich in Schweigen zurück. Doch das unfreiwillige Outing seines Vaters und die brutale Reaktion der geschlossenen, traditionellen Dorfgemeinschaft zwingen Segundo dazu, Stellung für oder gegen seinen Vater zu beziehen.

Mit seinem ersten Langfilm ist Regisseur Álvaro Delgado Aparicio ein Meisterwerk gelungen, das mit eindrucksvollen Bildern, emotionaler Intensität und hervorragenden Schauspielern besticht. Aus der ungewöhnlichen Perspektive des Sohnes werfen wir einen Blick auf den Umgang der ländlichen andinen Gesellschaft Perus – die Darsteller sprechen vorwiegend Quechua – mit gleichgeschlechtlicher Liebe, die einem lebensgefährlichen Tabubruch gleichkommt.

RETABLO wurde beim Filmfestival Lima im Jahr 2017 als bester peruanischer Film ausgezeichnet und erhielt bei der Berlinale 2018 den L’Oréal Teddy Newcomer Award.

Viele Filme über Beziehungen enden an dem Punkt, an dem sich das Paar glücklich gefunden hat. Für Chris Miera beginnen erst in diesem Moment die Geschichten, die ihn interessieren: Welche Kraft bewirkt, dass zwei Menschen sich dazu entscheiden, ihr Leben miteinander zu teilen? Wie kommen Paare dazu, sich nach langer Zeit zu trennen? In seinem Abschlussfilm für die Filmuniversität Babelsberg geht der Regisseur diesen Fragen behutsam nach.